In diesem Artikel erklären wir zentrale Begriffe und Methoden, die im Recruiting eine Rolle spielen.
1. Recruiter vs. Headhunter – Wo liegt der Unterschied?
Ein Recruiter arbeitet meist intern im Unternehmen oder für eine Personalberatung und verantwortet den gesamten Bewerbungsprozess. Dazu zählen das Veröffentlichen von Stellenanzeigen, das Screening von Bewerbungen und das Führen von Vorstellungsgesprächen. Recruiter setzen oft auf aktiv suchende Bewerber:innen und arbeiten mit Talente-Pools.
Ein Headhunter ist hingegen meist ein/e externer Personalberater:in, die/der sich darauf spezialisiert hat, gezielt Fach- und Führungskräfte für Unternehmen zu identifizieren und aktiv abzuwerben. Headhunter sprechen Kandidat:innen an, die selbst nicht aktiv auf Jobsuche sind (sogenannte „passive Kandidat:innen“). Dabei arbeiten sie oft diskret und exklusiv an einzelnen, schwer zu besetzenden Positionen, insbesondere im gehobenen Management oder für Spezialistenrollen.
2. Social Media Search & Hidden Web Search
Beim Social Media Search nutzen Recruiter soziale Netzwerke wie LinkedIn, Facebook oder Instagram, um passende Talente zu identifizieren. Mithilfe gezielter Suchfunktionen und Algorithmen lassen sich Kandidat:innen finden und direkt ansprechen.
Die Hidden Web Search (auch Deep Web Search genannt) geht noch einen Schritt weiter. Hier suchen Recruiter nach Kandidat:innen in Fachforen, Blogs oder Universitätsnetzwerken – also in Bereichen des Internets, die nicht über klassische Jobbörsen erschlossen werden. Mit Methoden wie der Boolean Search lassen sich gezielt Profile mit bestimmten Qualifikationen finden.
3. Job Postings & Multiposting
Ein Job Posting ist die klassische Stellenausschreibung auf Jobbörsen (z. B. karriere.at, StepStone), der Unternehmenswebsite oder Social Media. Gut geschriebene Stellenanzeigen sind suchmaschinenoptimiert (SEO) und sprechen genau die richtige Zielgruppe an.
Beim Multiposting wird eine Stellenanzeige gleichzeitig auf mehreren Plattformen veröffentlicht, um die Reichweite zu maximieren. Hier kommen oft Tools zum Einsatz, die diesen Prozess automatisieren.

4. Active Sourcing & Direktansprache
Active Sourcing bezeichnet die proaktive Suche nach Kandidat:innen, anstatt auf Bewerbungen zu warten. Hierbei werden gezielt Fachkräfte angesprochen, die über bestimmte Qualifikationen verfügen. Eine häufige Methode dabei ist die Direktansprache, bei der potenzielle Bewerber:innen individuell über LinkedIn, per E-Mail oder Telefon kontaktiert werden. Besonders bei gefragten Spezialisten ist dies eine bewährte Strategie.
5. Talente-Pool – Ein Wettbewerbsvorteil
Ein Talente-Pool ist eine Datenbank mit potenziellen Kandidat:innen, die bereits mit dem Unternehmen in Kontakt standen. Das können frühere Bewerber:innen, Praktikant:innen oder Messekontakte sein. Unternehmen, die ihre Talent-Pools strategisch pflegen, haben bei zukünftigen Besetzungen einen klaren Vorteil, da sie schnell auf passende Profile zugreifen können.
6. Employer Branding & Candidate Experience
Das Employer Branding beschreibt die Arbeitgebermarke eines Unternehmens. Eine starke Marke hilft, Talente anzuziehen und sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Dazu zählen eine authentische Unternehmenskultur, Benefits und eine überzeugende Kommunikation auf Karriereseiten und Social Media.
Die Candidate Experience umfasst alle Erlebnisse, die ein/e Bewerber:in während des Bewerbungsprozesses hat. Ein reibungsloser, wertschätzender und transparenter Prozess erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass sich Kandidat:innen für ein Unternehmen entscheiden – und es weiterempfehlen.

7. Passive Kandidat:innen & Cultural Fit
Passive Kandidat:innen sind Fachkräfte, die nicht aktiv auf Jobsuche sind, aber für neue Karrieremöglichkeiten offen sein könnten. Diese Gruppe wird besonders durch Headhunting oder Active Sourcing angesprochen.
Der Cultural Fit bezeichnet die Übereinstimmung zwischen Kandidat:in und Unternehmenskultur. Neben fachlichen Qualifikationen spielt auch die Passung zur Firmenphilosophie eine entscheidende Rolle, da dies langfristig zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit und geringeren Fluktuation führt.
8. Referral Recruiting – Mitarbeiter:innen werben Mitarbeiter:innen
Beim Referral Recruiting oder Mitarbeiterempfehlungsprogramm empfehlen bestehende Mitarbeiter:innen potenzielle Kandidat:innen für offene Stellen. Diese Methode führt häufig zu qualitativ hochwertigen Einstellungen, da Mitarbeiter:innen genau wissen, wer ins Team passt.
Recruiting ist weit mehr als nur das Schalten von Stellenanzeigen. Unternehmen, die moderne Methoden wie Active Sourcing, Social Media Search und Employer Branding nutzen, haben die besten Chancen, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. Wer die wichtigsten Begriffe kennt und gezielt einsetzt, wird langfristig erfolgreicher im Recruiting sein.
Für weitere Fragen rund um das Thema Recruiting stehen wir Ihnen auch gerne persönlich zur Verfügung.